Die Eifel, eines der hervorragendsten, an landwirtschaftlicher Schönheit und abwechselungsvollen Naturbildern reichsten Gebirgsländer Westdeutschlands, wird jetzt, nachdem durch bessere Bahnlinien leichtere Verkehrsgelegenheit in ihr Inneres geschaffen, von Jahr zu Jahr mehr von Erholungsbedürftigen besucht. Das Eifelland ist besonders für die Bewohner des rheinisch-westfälischen Industriegebietes wie des benachbarten Hollands eine leicht erreichbare, unerschöpfliche Schatzkammer von Waldfrische und reiner Bergluft geworden. Der meistbesuchte und auch am leichtesten erreichbare Kurort der ganzen Eifel ist unstreitig Kyllburg. An der Eifelbahn Köln-Trier gelegen, ist Kyllburg von Köln aus mit den Schnellzügen in zwei Stunden vierzig Minuten zu erreichen. Der ca. 1100 Einwohner zählende Ort ist von der silberhellen, forellenreichen Kyll durchflossen und baut sich in herrlicher Lage an dem von einem mächtigen Bergfried und der schönen gotischen Stiftskirche gekrönten Burgberge auf. Mitten in einem Talkessel gelegen, dessen überragende Wände mit prächtigen Buchenwäldern und terrassenförmig sich aufbauenden Gärten bestanden sind, gewährt Kyllburg einen einzig schönen Anblick. Die nähere und nächste Umgebung Kyllburgs ist reich an abwechselungsvollen, schönen Spaziergängen, teils durch Wald, teils durch schönes Wiesental am Ufer der Kyll. Ueberall ist für gute Wegemarkierung und Sitzgelegenheit in genügendem Maße seitens der Kurverwaltung gesorgt. In Kyllburg kommt sowohl der wanderfrohe, wie auch der bequeme, nur gute Luft suchende Gast auf seine Rechnung. Die Glanzpunkte der vulkanischen Eifel, Manderscheid, Daun und Gerolstein, ferner das alle Trier mit dem schönen Moseltal, die luxemburgische Schweiz, lassen sich alle von Kyllburg aus sowohl zu Fuß, wie auch mit der Bahn oder mittelst Wagen bequem in Tagestouren besuchen. Hauptvorzüge Kyllburgs sind: die Nähe des Waldes (Buchen, Tannen und Fichten), die Möglichkeit zu bequemen, mühelosen Wanderungen, das schnelle Trocknen der Wege, die auch nach dem heftigsten Regen sofort wieder begehbar sind, und - last not least - seine reine, schöne Luft. Kyllburg hat ein mildes, aber auch zugleich erfrischendes Höhenklima. Der günstige Einfluß dieser Faktoren auf den menschlichen Körper macht sich rasch geltend ; der Stoffwechsel wird gesteigert, die Eßlust vermehrt, die Blutmasse erfrischt, das Muskel- und Nervensystem gekräftigt und die Leistungsfähigkeit erhöht. Für Rekonvaleszenten, sowie alle an Appetitlosigkeit, Verdauungs- und Nervenschwäche. sowie Blutarmut Leidenden ist Kyllburg von überraschend günstiger Heilwirkung. Eine angenehme Sommerfrische bietet Kyllburg aber auch für Gesunde, zumal es allen Anforderungen, welche an einen klimatischen Kurort gestellt werden selbst den verwöhntesten - vollständig entspricht. Wem es darum ernstlich zu tun ist, seinen, unter dem Druck der Berufsgeschäfte, übermäßiger gesellschaftlicher Anforderungen, durch überstandene Krankheiten oder infolge sonstiger trauriger Erlebnisse überreizten Nerven neue Spannung zu verschaffen, dürfte mit dem unausbleiblich günstigen Erfolg eines Kuraufenthalts aufs höchste zufrieden gestellt werden.
Am Fuße des Eifelgebirges, eingeschlossen von prächtig bewaldeten hohen Bergketten, umflossen von dem Kyllflusse. ziehl sich auf schmaler, ins Kylltal schroff vorspringenden Felsenkante, zwischen Obst- und Gemüsegärten sowie dem Hahnwald malerisch gruppiert, die schmucke Häuserreihe von Kyllburg in langgestreckter Reihenfolge (annähernd 1 km) vom Talgrund allmählich aufsteigend bis zum Stiftsberg. Der riesige, ringförmige Bergmantel, welcher das Städtchen erheblich überragt bez. schützend einhüllt, ist für Kyllburg als Kurort von unschätzbarem Werte, denn derselbe wehrt die rauhen Winde vollständig ab und schafft infolge der üppigen Bewaldung eine gesunde, völlig staubfreie, herrliche Gebirgsluft.
Trotz der überaus geschützten Lage ist die Ventilation keineswegs gehemmt, und wenn anderwärts die drückendste Sommerhitze und Schwüle zur Tages- und Nachtzeit fast unerträglich erscheint, fühlt man sich hier recht wohl und behaglich geborgen. Die Ursache hierzu liegt wohl darin, daß 1. die Umgebung fast durchweg, sogar bis dicht an die Behausungen mit Laub- und Nadelholz schattig bewaldet ist und 2. der reißende Kyllfluß das Städtchen nahe zu vollständig umspült. Ein von Jahr zu Jahr stärker werdender Strom von Erholungsbedürftigen ergießt sich jeden Sommer und Herbst in die Eifel. Und das mit vollem Recht . Sind doch gerade die mittleren Höhenlagen, wie von den Ärzten allseitig anerkannt wird, für Nervöse und Abgearbeitete die geeigentsten zur Stärkung der Gesundheit und zur Wiederlangung frischer Lebenskraft.